Knollengemüse

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Schwarzer Winter-Rettich

Root z01 schwarzer rettichSchwarzer Winter-Rettich (Raphanus sativus L. var. niger), auch Kriebelrettich, Ackerrettich, Schwarzer Rettich, Winterrettich, oder langer schwarzer Pariser Rettich bezeichnet, gehört zu den Kreuzblütengwächsen (Brassicaceae). Damit ist der Rettich verwandt mit Radieschen, Senf und Meerrettich allerdings auch mit Rotkohl, Pak-Choi und Blumenkohl.

Schwarzer Winter-Rettich stammt wahrscheinlich aus dem östlichen Mittelmeergebiet und war schon 2.500 v.Chr. in Ägypten bekannt. Angebaut wird der Schwarze Rettich ganz besonders für die Einlagerung in ganz Europa und Nordamerika und war bis Mitte des 20. Jahrhunderts sehr beliebt, bis er danach langsam verschwand. Erst mit der Comeback von "alten" Gemüsen erfreut er sich erneut größerer Beliebtheit, ganz besonders unter Biobauern.

Schwarzer Winter-Rettich zählt zu den so genannten Winterrettichen. Er wird ab Oktober geerntet und ist den gesamten Winterzeit über aus Lagerbeständen verfügbar, bis er im Frühjahr vom weißen Rettich abgelöst wird.

Ein seit Alters her bekanntes Heilmittel gegen Husten ist der Saft bzw. der Sirup des schwarzen Rettichs: Dazu wird der Kopf des Rettichs abgeschnitten und der Rettich soweit ausgehöhlt, dass nur eine 1 Zentimeter dicke Wand steht. Von der Unterseite werden etliche Löcher unter Zuhilfenahme von einer Stricknadel in den Rettich gestochen und dieser anschließend mit den Löchern nach unten auf ein Gefäß gestellt. Das herausgelöste Fleisch des Rettichs wird kleingeschnitten und mit ca. der gleichen Menge Zucker, Kandiszucker oder Honig gemischt. Diese Mixtur wird anschließend wieder in den ausgehöhlten Rettich gegeben. Der Rettich wird dann 10-12 Stunden stehen gelassen Während dieser Zeit löst der Zucker ätherische Öle sowie Wasser aus dem Rettich. Diese gelösten Stoffe tropfen als Sirup in das Gefäß.

Aus einem schwarzen Rettich erhält man ca.. 100 ml Rettich-Sirup. Dieser ist durch den enthaltenen Zucker einige Zeit haltbar, man sollte ihn allerdings dennoch nach Möglichkeit rasch aufbrauchen, weil dann die medizinische Effekt am Besten ist. Dosierung: Kinder ab 2 Jahren: 4 x 1-3 Teelöffel.

Die medizinische Wirkung von schwarzem Rettich ist bereits sehr lange bekannt, er wirkt gegen Gallenleiden, rheumatische Beschwerden und Erkältungskrankheiten. Die heilenden Kräfte verdankt der schwarze Rettich seinen Hauptwirkstoffen, den schwefelhältigen Senfölen Raphanol, Glukoraphain sowie Senfölglykosid. Diese rufen den charakteristischen scharfen Duft und Geschmack hervor und wirken gegen Bakterien und Pilze, ganz besonders gut in den Schleimhäuten des Verdauungstraktes, in dem sie nebenbei noch die Gallensaftproduktion anregen.Die ätherischen Öle des schwarzen Rettichs lösen des weiteren den zähen Schleim in den Atemwegen bei Erkältungen.

Abgesehen von dem schwefelhaltigen Hauptinhaltsstoff Allylsenföl, das den scharfen Geschmack bewirkt, enthält Schwarzer Winter-Rettich jede Menge Vitamin C. Schwarzer Winter-Rettich wurde deswegen in früheren Zeiten auf langen Seefahrten als Heilmittel gegen Skorbut mitgenommen.

Schwarzer Winter-Rettich ist von einem dunkelbraun bis schwarzen „Schorf“ überzogen. Es gibt ihn in einer runden und in einer länglichen Forme. Der runde schwarze Rettich ist flachrund, hat eine Dicke von 8 bis 10 cm und Länge von 7 bis 8 cm. Der längliche schwarze Rettich wird 6 bis 7 cm. dick und 18 bis 25 cm. lang. Das Fleisch ist recht fest und bei beiden Sorten weiß. Schwarzer Winter-Rettich kann 300-500 Gr. schwer werden.

Schwarzer Winter-Rettich ist wesentlich schärfer als weißer Rettich, er wird aus diesem Grund oft gedämpft bzw gekocht serviert, wodurch er einen rübenähnlichen Geschmack bekommt. Roh wird Schwarzer Winter-Rettich ganz besonders zu einer herzhaften Imbiss mit Salz bestreut gegessen.




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