Knollengemüse
Pastinaken
Die Pastinake (Pastinaca sativa), auch Moorwurzel, Hammelmöhre bzw. Hirschmöhre genannt, gehört zur Familie der Doldenblütler. Sie ist in Europa sowie im westlichen Asien gängig und gehört zu den frühsten Pflanzen, die die Menschen gegessen haben. Vermutlich wurden sie bereits in der Steinzeit gesammelt. Die Römer waren die ersten, die Pastinaken züchteten. Sie verbreiteten sie dann über Europa.
Pastinaken enthalten reichlich Stärke, weswegen sie in der Vergangenheit auch zur Fertigung von Bier und Pastinakenwein verwendet. Aus ihrem Saft lässt sich ein dickflüssiger Sirup zubereiten, der einst als Brotaufstrich und Süßungsmittel diente. Die Blätter der Pastinake können, ähnlich wie Petersilie, als Würzkraut hergenommen werden.
Beim Kauf von Pastinaken sollte die Schale fest und straff sein und bei Druck nicht nachgeben. Da Pastinaken sehr leicht brechen, muss man sie sorgfältig behandeln. Pastinaken lassen sich mehrere Tage im Kühlschrank lagern. Zu lange Aufbewahrung kann Bitterkeit hervorrufen.
Pastinaken sind winterhart, können demzufolge auf dem Acker überwintern und schmecken, vergleichbar wie Grünkohl oder Rosenkohl, nach einem Frost noch süßer. Pastinaken werden trotzdem meist ab Oktober bei einer Länge von bis zu 20 cm geerntet.
Die Pastinake ist besonders reich an lebenswichtigen Mineralstoffen wie Kalium, Eisen sowie Folsäure. Sie enthält ferner mehr Vitamin C als die Gelbe Rübe, jedoch deutlich weniger Betacarotin als diese. Ein Teil der in der Pastinake enthaltenen Kohlenhydrate besteht aus Pektin, das regulierend auf den Darm wirkt. Der aromatische Geschmack stammt von den ätherischen Ölen; sie können bei manchen Personen hautreizend wirken.
Pastinaken galten bis ins 18. Jh als eines der essentiellsten Nahrungsmittel in Deutschland. Da die Pastinake jedoch eine siebenmonatige Wachstumsphase besitzt, wurde sie von den schneller wachsenden und ergiebigeren Kartoffeln und Mohrrüben verdrängt. Heutzutage erlebt die Pastinake besonders im Ökolandbau noch einmal ein Comeback, zumal sie sehr robust und widerstandsfähig ist und zudem ohne Pflanzenschutzmittel gut gedeiht.. Im anglo-amerikanischen Sprachgebiet, also in den Vereinigten Staaten, England und Irland, sind Pastinaken unter dem Namen "Parsnips" noch immer eine beliebte Leckerbissen und werden vor allem als Wintergemüse hochgeschätzt. Auch Skandinavier wissen das alte Wurzelgemüse als feine Gaumenfreude zu schätzen.
Die fleischige Knolle ist weiß bzw weißlich-gelb und wird bis zu 40 Zentimeter lang sowie 8 cm. dick. Sie wird geschält oder geschabt und kann anschließend wie Karotten zubereitet, also roh gegessen, gekocht, geschmort, gedämpft oder gedünstet werden. Man kann sie auch zu Pürees oder Cremesuppen verarbeiten. Pastinaken schmecken süßlich-würzig und erinnern geschmacklich an Karotten und Sellerie bzw Petersilienwurzeln, sind jedoch milder. Pürierte Pastinaken sind sehr oft Bestandteil von industriell gefertigter Babynahrung. Pastinaken sollten auf keinen Fall zu dunkel gebraten werden, da sie ansonst einen bitteren Geschmack bekommen.






