Hülsenfrüchte

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Sojabohnen

SojaDie Sojabohne (Glycine max (L.) Merr.), oft auch einfach nur Soja genannt, ist eine Eiweiß- und Ölpflanze und zählt zur Familie der Hülsenfrüchte (Leguminosae oder Fabaceae).

Sojabohnen sind so mannigfach verwendbar, dass sie zur wichtigsten Nutzpflanze der Welt geworden sind. Aus den Bohnen lässt sich Sojaöl pressen, das man keineswegs nur als Esswaren sondern auch als Ersatz für Erdöl als Energieträger gebrauchen kann. Die Lebensmittelindustrie verwendet Sojaöl zur Fabrikation von Margarine, Brat- und Backfetten. Das bei der Sojaölherstellung anfallende Lecithin wird als Emulgator in der Lebensmittel- und der Kosmetikindustrie verwendet.

Aus dem Presskuchen, der bei der Ölgewinnung entsteht lassen sich verschiedene Produkte fabrizieren:

  • Sojamilch: Die gepressten Sojabohnen werden gemahlen und mit Wasser vermischt. Dann wird dieser Brei aufgekocht und ausgepresst. Beim Pressen entsteht eine feste Masse sowie Sojamilch.
  • Sojaquark: Sojamilch wird, vergleichbar wie bei der Herstellung von Käse erhitzt. Anschließend wird ein Gerinnungsmittel dazugegeben, welches verursacht, dass sich die feste Masse von der Flüssigkeit trennt. Die feste Masse wird zu Tofu gepresst Tofu läßt sich identisch verarbeiten wie Fleisch und ist ein besonders leichtes Lebensmittel mit nur 131 kcal/100g.
  • Gemahlene Sojabohnen lassen sich zu Sojamehl umwandeln. Sie sind Grundlage für Teigwaren, Gebäcke und Brot.

Reife, trockene Sojabohnen enthalten 5,0 bis 9,4 Prozent Wasser, 29,6 bis 50,3 Prozent Eiweiß, 13,5 bis 24,2 % Fett, 14,0 bis 33,9 % Kohlehydrate, 2,6 bis 6,3 Prozent Rohfaser und 3,3 bis 6,4 Prozent Mineralien (unter anderem. Kalium, Calcium, Eisen und Phosphor), größere Dosen an lebenswichtigen Vitaminen (A, B1, B2, E und K) wie auch Spurenelemente.

Aus fermentierten Sojabohnen wird die besonders in der asiatischen Küche ziemlich oft eingesetzte Sojasauce hergestellt. Obschon die im Handel erhältlichen Sojabohnenkeimlinge Keimlinge der Mungbohne und nicht der Sojabohne sind, lassen sich Sojabohnen sehr wohl keimen. Sie können als knackige Zugabe zu Salaten oder als Gemüse für Wokgerichte verwendet werden.

Sojabohnen stammen anfänglich aus der Mandschurei und gelten als eine der ältesten kultivierte Pflanzen der Menschheitsgeschichte.. Sie wurde vor etwa 5000 Jahren in China angebaut und galt da, zusammen mit Reis, Weizen, Gerste und Hirse, als eines der fünf heiligen Körner. Von China aus kam die Sojabohne nach Japan. Obzwar sie schon im 17. Jahrhundert in Europa bekannt war kam die Sojabohne erst 1872 zur Weltausstellung nach Wien und wurde vom österreichischen Agrarwissenschaftler Friedrich Haberlandt für die Pflanzenzucht in Europa bearbeitet. In Amerika begann man Anfang des 20. Jahrhunderts, Sojabohnen im größeren Stil zu kultivieren. Heute ist sie über die ganze Welt verteilt. Ihre Hauptgebiete sind China, Indien, Indonesien, Afrika, Philippinen, USA, Brasilien, Argentinien, Bolivien, Paraguay und Russland. In zahlreichen dieser Länder werden gentechnisch veränderte Sojabohnen angebaut. Die Sojabohne gilt heutzutage als international wichtigste Nutzpflanze der Menschheit.

Sojabohnen und die vielfältigen Produkte, die man aus ihnen erzeugen kann wie Sojaquark (Tofu), Miso, Sojamehl, Sojasauce, Sojamilch oder Sojaöl, sind das ganze Jahr erhältlich. Die eigentlichen Sojabohnen sind hierzulande in der Regel trocken im Handel, in einigen Asia- sowie Bioläden gibt es auch frische Sojabohnen zu kaufen. Die in Deutschland frisch bzw. als Konservendose unter dem Bezeichnung "Sojabohnenkeimlinge" angebotenen sind kein Produkt aus der Sojabohne, sie stammen aus der Mungbohne.

Ausgereifte, trockene Sojabohnen lassen sich bei kühler und dunkler Lagerung nahezu unbegrenzt lagern.

Sojabohnen variieren je nach Sorte in Form, Größe und Farbe. In der Regel sind sie gleichwohl cremefarbig. Grüne, rote oder dunkle Samen werden seltener auf dem Markt angeboten. Der Nabel der Sojabohne ist entweder farblos, braun oder schwarz, die Farbe der Keimblätter ist gelblich oder grün.




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