Fruchtgemüse
Tomaten
Tomaten (Solanum lycopersicum), die man in Österreich auch Paradeiser nennt, zählen zu den Nachtschattengewächsen und sind darum mit Kartoffeln, Tollkirschen und Tabak verwandt. Der Name leitet sich vom aztekischen Begriff xitomatl ab. "Tomate" wird das Gemüse aber erst seit dem 19. Jh. genannt. Vor dieser Zeit hieß sie Liebesapfel oder Goldapfel.
Tomaten kommen ursprünglich aus Mittel- und Süd-Amerika. Sie wurden von Kolumbus nach Europa gebracht. Da wurde die Tomate lange Zeit aufgrund ihrer roten Frucht nur als Zierpflanze gehalten, es gab jedoch auch mehrere Verwendungen der Tomate im medizinischen Bereich. Wahrscheinlich gehörten die Italiener zu den ersten in Europa, die die Tomate auch als Lebensmittel verwendeten. In Deutschland gilt die Tomate gerade erst seit dem Anbruch des 20. Jahrhunderts als Nahrung. Heutzutage ist sie eines der beliebtesten Gemüse in Deutschland.
Tomaten lassen sich auf verschiedene Weise nutzen. Man kann sie ungekocht in Salaten oder auf Brot essen oder sie kochen, schmoren, füllen, überbacken, trocknen oder haltbar machen. Tomaten sind unverzichtbare Zutat aller Küchen des Mittelmeerraumes. Aus ihnen werden auch viele industriell hergestellte Waren wie Ketschup, Tomatenmark, Tomatensaft, oder Tomaten in Dosen gemacht.
Tomaten enthalten rund 95 % Wasser und sind mit 75 kJ pro 100 gr besonders energiearm. Tomaten beinhalten des weiteren die Vitamine A, B1, B2, C, E, Niacin, sekundäre Pflanzenstoffe wie auch Mineralien, ganz besonders Kalium und Spurenelemente. Die rote Farbe erhalten Tomaten durch den Farbstoff Lycopin, ein Carotinoid, das die Abwehr stärken soll, da es antioxidativ wirkt und das Gefahr bestimmter Krebserkrankungen senken soll.
Tomaten gibt es in mehreren Größen und Formen. Die bekanntesten sind die Fleischtomaten (Stark gerippt, große Tomaten können bis zu 1 kg auf die Waage bringen), Flaschentomaten (Beinahe einzig in der Industrie zur Produktion von Konserven hergenommen), Eiertomaten (Intensiver Geschmack, somit besonders für Salate, Suppen und Saucen geeignet) sowie die Cherrytomaten (Auch Cocktailtomate oder Kirschtomate genannt, kirschgroße Tomaten). Die so genannten Busch- beziehungsweise Strauchtomaten sind Tomaten, die nicht einzeln, sondern stattdessen mit Kelch und Stiel geerntet werden, oft mehrere gemeinsam. Als Strauchtomaten eignen sich ausschließlich Tomatensorten, deren Früchte in der gleichen Zeit reif werden.
Abgesehen vom den altbekannten roten Tomaten gibt es überdies ein paar Sorten, die grünlich bleiben, selbst wenn sie reif und infolgedessen verzehrfertig sind. Diese grünen Tomaten reifen von Innen heraus. Grüne Tomatensorten sind ohne Bedenken verzehrbar, wenn sie reif sind. Hingegen beinhalten rote Tomaten im Kraut, dem Stielansatz sowie den grünlichen Teilen der Frucht Tomatidin, das moderat giftig ist. Der Verzehr des Krautes oder besonders unreifer roter Tomaten kann Übelkeit sowie Erbrechen zur Folge haben. Deswegen ist es ratsam, vor dem Verzehr den Stielansatz sowie grüne Stellen wegzuschneiden.
Beim Kauf von Tomaten ist drauf zu achten, dass sie möglichst kräftig rot sowie ohne grüne Stellen sind. Darüber hinaus sollten die Tomaten fest, ohne Schaden sowie ohne Druckstellen oder fauligen Stellen sein. Tomaten sollten keinesfalls im Kühlschrank gelagert werden, weil sie dabei an Aroma, Geschmack sowie Inhaltsstoffen verlieren. In der Küche bei ca. 13 - 18 °C aufbewahrt, halten sich Tomaten bis zu 14 Tage frisch. Dabei verlieren sie wenig Inhaltsstoffe.Tomaten sollten auf keinen Fall in der Nähe von anderem Obst und Gemüse gelagert werden, weil sie das Reifegas Ethylen verströmen. Dieses lässt anderes Obst und Gemüse schneller reifen und verderben.
Tomaten sind das ganze Jahr verfügbar. In der Bundesrepublik werden sie hauptsächlich unter Glas oder Folie gezogen. Nur rund 6% der in Deutschland gekauften Tomaten werden auch in Deutschland gepflückt. Der Rest stammt überwiegend aus Italien, Spanien sowie den Niederlanden.
Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass konservierte Tomaten meistens eine größere Anzahl wichtiger Bestandteile haben, als frische Ware. Dies resultiert aus dem Umstand, dass Tomaten, die zur industriellen Verarbeitung vorgesehen sind, reif geerntet sowie noch am selben Tag verarbeitet werden. Tomaten, die als frische Ware in den Supermarkt kommen sollen, werden im Unterschied dazu meist nicht vollkommen vollreif geerntet, da sie noch nachreifen.






