Blütengemüse
Artischocke
Die Artischocke (Cynara cardunculus) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist eine entfernte Verwandte der Distel. Artischocken werden wegen ihrer essbaren knospigen Blütenstände angebaut und als Blütengemüse verzehrt. Die Artischocke verfügt aber auch über medizinische Wirkungen.
Die Heimat der Artischocke ist das Gebiet rund um das Mittelmeer, wo sie schon 500 v. Chr. im alten Ägypten bekannt war. Doch erst im 13. Jh gelangte sie dann nach Europa, wo sie besonders in Rom sowie im südlichen Italien als Delikatesse geschätzt wurde. Im 15. Jahrhundert kam die Artischocke über Sizilien nach Frankreich und in das englische Königreich. Ab 1540 wird die Artischocke außerdem in Deutschland angepflanzt. Im 19. Jh schifften italienische sowie französische Immigrant die Artischocken nach Nordamerika. Heutzutage sind die wichtigsten Produzenten für Artischocken USA, Italien, Spanien, Ägypten, Argentinien und Frankreich.
Artischocken sind keineswegs ausschließlich eine Delikatesse, sie sind außerdem schon seit der Antike als Medikament bekannt. Artischocken enthalten sehr große Mengen an B-Vitaminen, Vitamin E und Pro-Vitamin A sowie die Mineralien Eisen, Calcium, Magnesium sowie Phosphor. Eine große Artischocke enthält bis zum Zehnfachen des Tagesbedarfes an den genannten lebenswichtigen Mineralien. Der herbe Geschmack der Artischocke ist auf den Stoff Cynarin zurückzuführen. Dieser senkt den Cholesterinspiegel, entgiftet den Körper und regt die Tätigkeit der Galle an. Artischocken regen des weiteren den Hunger an, sie eignen sich daher besonders als Vorspeise.
Die ganzen Blüten der Artischocken werden gebraten oder gekocht. Der Aroma der Artischocke ist feinherb bis zartbitter. Artischocken werden je nach Größe 20 bis 45 Minuten in gesalzenem Wasser mit Hilfe von ein klein bisschen Saft einer Zitrone gekocht. Dann werden die einzelnen Blätter abgezupft und der untere Segment mit den Zähnen abgezogen. Artischocken werden zumeist mit einer Marinade, bestehend aus Essig, Speiseöl, Salz, Pfeffer und Knoblauch serviert. Artischockenböden werden obendrein eingelegt und zu Konserven verarbeitet. Seit 1953 ist ferner ein dunkelbrauner Aperitif mit dem Namen Cynar auf dem Markt, der aus Artischocken sowie Kräutern hergestellt wird.
Artischocken werden bis zu zwei Meter groß. Der zum Verzehr geeignete Stück der Artischocke ist die Blütenknospe, die rundlich bis zylindrisch wird und im Aussehen ein bisschen an Kiefernzapfen erinnert und 150 bis 500 Gr. auf die Waage bringen kann. Gegessen werden aber nur die unteren Enden der schuppenartig anliegenden Hüllblätter, plus die blattbefreiten Artischockenböden. Artischocken werden immer gekocht gegessen
Artischocken gibt es in verschiedenen Sorten, die sich in Form, Farbe (grün, grünviolett bis violett) und Grösse unterscheiden. Die Artischockensorte "Romanesco" kommt als bedeutendste Exportartischocke von März - Juni aus Italien auf den deutschen Markt. Besonders beliebt in Deutschland sind außerdem Sorten aus Frankreich wie die "Camus de Bretagne" (Stupsnase), die ganz besonders große Köpfe bilden, oder die kleinen, zarten und schmackhaften Arten aus Spanien sowie Sizilien. Jene kleinen Artischocken, die man bereits im Frühling erntet, können im Ganzen gekocht und gegessen werden. Bei den großen Artischocken sind alleinig die unteren fleischigen Teile der Schuppenblätter und die Artischockenböden selbst verzehrbar. Die unter den Blättern liegenden Härchen sind keinesfalls zum Verzehr geeignet. Kleinere Artischockensorten können im Gegensatz dazu im Ganzen verzehrt werden.
Beim Erwerb von Artischocken sollte drauf geachtet werden, dass die Blattspitzen nicht trocken sind. Die Artischocken sollten prall und fest sein und sich in der Hand schwer anfühlen. Daneben sollte der Stiel fest und auf keinen Fall biegbar sein, je länger der Stiel ist, desto länger ist die Artischocke haltbar. Artischocken sollte man nach Möglichkeit frisch bereiten. Eingewickelt in ein feuchtes Küchentuch lassen sie sich im Gemüsefach des Kühlschranks kurze Zeit aufbewahren.






